ÜBER UNS: DIE PÄDAGOGIK

Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Waldorfschule und wird unter heilpädagogischen Gesichtspunkten abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen oder Schüler.


Unsere Schülerinnen und Schüler bedürfen eines beschützenden Rahmens, innerhalb dessen eine lebenspraktisch orientierte Erziehung mit gemeinsamen Mahlzeiten ebenso ihren Platz bekommt wie die Einführung in unsere Kulturwelt und das Üben der dazugehörenden Techniken (Lesen, Schreiben, Rechnen). Therapeutische Maßnahmen treten unterstützend hinzu.

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Das intensive Erleben der Jahreszeiten mit ihren großen, von der ganzen Schulgemeinschaft gefeierten Festen, begleitet das einzelne Kind seine Schulzeit hindurch auf dem Weg zu einem die eigene Würde begreifenden Menschen.

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Eine Heilpädagogin oder ein Heilpädagoge, die eine Klassengemeinschaft neun Jahre als Lehrerin oder Lehrer begleiten, erteilen den Unterricht. Sie gehen mit ihren SchülerInnenn eine besondere, helfende Schicksalssituation ein und werden unterstützt durch Therapie und Fachunterricht. Letzterer kommt verstärkt in der Werkoberstufe zum Tragen, wo die Jugendlichen zum Abschluss ihrer Schulzeit auf das Leben in der Arbeitswelt vorbereitet werden.

Den HeilpädagogInnen und ihren ebenfalls fachlich qualifizierten KlassenhelferInnen stehen angehende HeilerziehungspflegerInnen zur Seite, die bei uns den praktischen Teil ihrer Ausbildung an der Fachschule Nord absolvieren.

Jeweils drei Klassen sind räumlich zusammengefasst als Unter-, Mittel-, Ober- und Werkoberstufe, wobei wir ein gutes Wahrnehmen im sozialen Miteinander erüben (Begrüßung und Verabschiedung im Morgen- und Schlusskreis) und geeignete Schulstunden gemeinsam erleben (Puppenspiel, Chorsingen, Volkstanz, Sport).


Ein Schultag bei uns ist gegliedert in den Hauptunterricht am Morgen, die Vorbereitung und Einnahme der Mahlzeiten sowie die Stunden der künstlerisch-handwerklichen Fächer. Nach dem Mittagessen kommen weitere  Angebote hinzu.


Im Hauptunterricht werden mit der ganzen Gruppe sowie jedem Kind individuell Sprach- und Bewegungsübungen durchgeführt (so genannter rhythmischer Teil), an die sich die in Epochenform gestaltete Behandlung des jeweiligen Hauptfachstoffes (Deutsch, Rechnen, Sachkunde, später Geschichte, Erdkunde, Naturwissenschaften) anschließt. Für vier bis sechs Wochen wird hier in ganzheitlich orientierter Arbeitsweise das Interesse mit Richtung auf einen Unterrichtsschwerpunkt hin gebündelt. Die Inhalte des Hauptunterrichtes entsprechen den pädagogischen Entwicklungsgesetzen und verbinden das Kind, soweit seine Behinderung es zulässt, allmählich mit der Kulturentwicklung und den Anforderungen der heutigen Zivilisation.


Den künstlerisch-praktischen Fächern ist nach dem Frühstück und einer Spielpause die  zweite Vormittagshälfte gewidmet. Den jeweiligen Wochentag besonders prägend, werden Wasserfarbenmalen und Zeichnen, Plastizieren mit Ton, Werken, Handarbeit und Musik unterrichtet. Eine Besonderheit bilden die Eurythmiestunden. Den Unterricht in dieser von Rudolf Steiner begründeten neuen Bewegungskunst, bei der Sprache und Musik in sichtbare Gesten und Bewegungsformen umgesetzt werden, erteilen entsprechend ausgebildete Fachlehrer.

Der Fächerkanon wird abgerundet mit der Sportstunde und dem konfessionell nicht gebundenen, Freien Christlichen Religionsunterricht.


Das Element der jährlichen Wiederbegegnung mit den Jahresfesten gibt vor allem schwächeren Schülern schützende Strukturhilfen im Zeiterleben. In diesem Strom wird besonders das darstellende Spiel mit den Schülern gepflegt. Das Abschluss-Spiel der neunten Klasse zum Ende der Klassenlehrerzeit bildet immer einen Höhepunkt im Schulleben, ebenso wie die jährliche Aufführung der Oberuferer Weihnachtsspiele als Geschenk der Lehrer an die Kinder und Eltern.

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Während in den ersten Schuljahren das gemeinsame Tun der Kinder in der Klassengemeinschaft meist im Mittelpunkt steht, geschieht die Förderung in den oberen Klassen häufiger auf dem Boden einer inneren Differenzierung, wobei gegenseitige Hilfestellungen zum sozialen Übungsfeld werden. Während unserer Klassenreisen kommt dies in herausgehobener Form zum Tragen.

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Die Werkoberstufe setzt sich im Anschluss an die Klassenlehrerzeit zum Ziel, nun die "Sache", vertreten durch möglichst entsprechend fachlich vorgebildete Heilpädagogen, in den Vordergrund zu stellen. Der Klassenverband wird gelockert und jedes Jahr den Erfordernissen neu angepasst. Im Hauptunterricht treten neben der weiteren Arbeit an der schulischen Allgemeinbildung verstärkt der lebenspraktische Bereich und eine Einführung in die Berufswelt in den Vordergrund.

Die zweite Vormittagshälfte ist einer Art "Lehrzeit" in den verschiedenen Werkstätten gewidmet, dazu tritt gemeinsames künstlerisches Tun und Sport.

Besondere Betreuung erfahren die Schulabgänger, denen die Entscheidung für ihre künftige Lebenssituation bevorsteht. In enger Absprache mit den Eltern werden die individuellen Möglichkeiten erörtert und erprobt (Praktika an verschiedenen Arbeitsorten).

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Vom ersten Schuljahr an werden, begleitet von der Schulärztin, therapeutische Maßnahmen mit den Kindern durchgeführt (Einzelübungen auf den Feldern Sprache, Bewegung und Sensorik, Physiotherapie und Heileurythmie). Für jedes Kind wird ein individueller Förderungsweg gefunden; das geschieht in gemeinsamer Anstrengung aller Kollegen, die sich in den regelmäßigen Kinderkonferenzen konzentriert. In einem mehrstündigen Gedankenaustausch erarbeitet das Kollegium dort ein umfassendes Bild von dem jeweils im Mittelpunkt der Bemühungen stehenden Kindes, welches zum Ansatzpunkt für die heilpädagogisch-therapeutische Arbeit werden kann.


Über den eigentlichen Schulbetrieb hinaus ist uns Öffentlichkeitsarbeit ein Anliegen. So führen wir Veranstaltungen durch, die sich mit der Situation des behinderten  Menschen in unserer Gesellschaft beschäftigen. Verschiedene Seminare werden angeboten. Künstler aller Gattungen nutzen gern unsere Räume zur Darstellung ihrer Arbeit. Der von Schuleltern initiierte jährliche Basar hat unsere Arbeit überdies auch im weiteren Umfeld bekannt gemacht.
................................................NACH OBEN





































Samstag vor Totensonntag
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