MOBILE HEILPÄDAGOGISCHE HILFEN

Im September 2015 hat die Rudolf-Steiner-Schule in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen und beteiligten Waldorfschulen ein neues Angebot eingerichtet, die "Mobilen Heilpädagogischen Hilfen". Rechtlicher Hintergrund ist das zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Schleswig-Holstein und dem Ministerium für Schule und berufliche Bildung vereinbarte Konzept für eine inklusive Beschulung an schleswig-holsteinischen Waldorfschulen. Dieses Konzept ermöglicht es uns, Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung an (Regel-) Waldorfschulen zu fördern, die Kollegien dort im Hinblick auf die Förderung dieser Schülerinnen und Schüler intensiv zu beraten und die Inklusionsbemühungen an diesen Schulen zu unterstützen.

Eine Heilpädagogin unserer Schule begleitet mehrere Schülerinnen und Schüler an Waldorfschulen in Wöhrden, Eckernförde und Neumünster. Dies geschieht stundenweise  (1 bis 4 Wochenstunden pro Schüler) und direkt in den Klassen und sonstigen Räumlichkeiten der Waldorfschulen selbst, wobei  auf den individuellen Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler abgestimmte zusätzliche Lehrmittel von der Lehrerin mitgebracht und eingesetzt werden.

Wir haben uns im Kollegium der Rudolf-Steiner-Schule lange damit beschäftigt, ob dieser Schritt – heilpädagogische Hilfen für Schülerinnen und Schüler außerhalb unserer Schule anzubieten – richtig ist und nicht unsere Bemühungen um ein ganzheitliches heilpädagogisches Konzept an unserer Schule in Frage stellt.

Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass unser ganzheitliches heilpädagogisches Konzept auf Grundlage der von Rudolf Steiner begründeten anthroposophischen Heilpädagogik am besten in der Rudolf-Steiner-Schule selbst gelebt werden kann. Wir meinen auch, dass für eine sehr große Zahl  Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eine Beschulung an unserer Schule von großem Vorteil ist, da wir hier über bei weitem größere spezifische personelle und sachliche Ressourcen verfügen können als die Waldorfschulen .

Bei uns dienen alle und dient alles der Förderung und dem Wohl des Kindes mit heilpädagogischem Förderbedarf in jeder Klasse, an jedem Schultag, das ganze Schuljahr über.

Ebenso erkennen wir aber auch an, dass es Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gibt, für die eine inklusive Beschulung an einer Waldorfschule der individuell bessere Weg sein kann. Insbesondere vor  dem Hintergrund der Inklusionsdebatte können wir eine Entscheidung der Eltern, ihr Kind mit heilpädagogischem Förderbedarf an einer Waldorfschule zu beschulen, nachvollziehen und verstehen. Wir haben uns daher entschieden: Für diese Kinder wollen wir in gleicher Weise da sein.

Jens Strickrott (Geschäftsführer)