GEFIEDERTE FREU(N)DE

ICH WOLLT ICH WÄR EIN HUHN heißt es seit einiger Zeit bei uns an der Schule. Das Gelände wird nicht nur von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sondern auch von Pettersson und seinen sechs Damen bevölkert. Bis es so weit war, galt es, einiges zu erledigen. Ein hoher Zaun wurde um den Garten gezogen, der Stall vor dem schlauen Marder geschützt und vieles über das Leben der Hühner gelernt. Nun hört man den Hahn zufrieden über die Adlerwiese krähen.

Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich gerne an den neuen Aufgaben, die die Hühner mit sich bringen. Wer darf heute die Eier aus dem Stall holen? Wie viele Eier wurden gelegt? Ist der Futtertrog ausreichend gefüllt? Haben sie genug Wasser in der Tränke?

Auch das Ausmisten des Hühnerstalls ist ein großes Erlebnis. So etwas gehört zu den Dingen, die das Leben mit Tieren unmittelbar mit sich bringt.

Unsere Schülerinnen und Schüler erfahren das nun unmittelbar und packen die vielen sinnerfüllten Aufgaben nach Kräften an. Als Dank für die Arbeit gibt es regelmäßig in den verschiedenen Klassen ein Frühstücksei.

Im Rahmen der Ganztagsschule geht eine kleine Gruppe ein Mal in der Woche zu ihren gefiederten Freunden. Gerne lassen die Kinder die Hühner aus ihren Händen fressen. Einige haben zuerst etwas Respekt vor den näherkommenden Tieren gezeigt, diesen aber nach einiger Zeit abgelegt. Die einen freuen sich, wenn Pettersson selbst ihnen aus der Hand frisst, die anderen ziehen die vorsichtigeren Damen vor.

Benedikt Heinrichowski


Beim Füttern zeigt sich, wie fein ihrerseits die Hühner die Stimmung der Kinder wahrnehmen. Sind diese zu hektisch und nervös, meiden die Tiere sie. Nur wem es gelingt, die Körner ruhig anzubieten, der bekommt das Futter aus der Hand gepickt. Manchem fällt das noch schwer, umso größer ist dann die Freude, wenn es glückt. Die Begegnung zwischen Tier und Mensch führt so zu einer Ruhe, die einen neuen Erlebnisraum bereit hält.


HELFENDE SCHNÄBEL IM GARTEN


Die guten Erfahrungen mit den Hühnern öffneten den Laufenten das Tor. Diese sollten nun helfen, den Schnecken im Garten auf natürliche Weise Herr zu werden. Noch fehlte der Stall, den dann die damalige 3. Klasse in ihrer Hausbauepoche baute.

Für das Wohlbefinden der Enten wurde ein Teich ausgehoben. Im Sommer war es dann so weit: die sechs Laufenten bezogen ihr neues Zuhause, wo sie sofort mit der Gartenarbeit begannen. Hin und wieder kam es allerdings vor, dass sie Blätter mit Schnecken verwechselten.


 



Sehr spannend ist es, die Unterschiede zwischen Laufenten und Hühnern zu beobachten. Die Hühner fallen durch ihre Reinlichkeit auf. Die Enten stört es dagegen nicht, wenn sie sich auch einmal ordentlich dreckig machen. Kommen die einen auf die Kinder zu, laufen die anderen schnatternd davon. Diese finden sich sicher am Abend in ihrem Stall ein, jenen muss man helfen, den Weg dahin zu finden. Gemeinsam jedoch sind beiden Schnäbel, Gefieder und ihre Heimat auf dem Schulgelände.