VON ACKER, HANDWERK UND KRÄUTERN

Aus der Arbeit der dritten Klasse

In den Sachkundeepochen der 3. Klasse ging es für die Kinder einen Schritt hinaus in die Welt. In der Ackerbauepoche folgten wir den verschiedenen Tätigkeiten des Bauern im Jahreslauf vom Pflügen, Eggen übers Säen bis zum Ernten. Das Korn wurde gedroschen, zu Mehl gemahlen und aus diesem Brot gebacken. In der Handwerkerepoche hörten wir von Maurer, Tischler, Korbmacher, Schneider, Bäcker und Schmied. Auf Ausflügen bestaunten wir die besonderen Künste der Meister, die uns an ihren Werkzeugen auch selbst erproben ließen.

In der Hausbauepoche lernten die Schülerinnen und Schüler, wie viele Gewerke für den Bau eines Hauses nötig sind. Jedes Handwerk brachte seine besondere Fähigkeit ein, um gemeinsam etwas Größeres zu schaffen. Die Epoche stärkte das Vertrauen darin, dass wir uns durch eigene Arbeitskraft eine Hülle, einen Schutz schaffen können. Dieses tiefe Bedürfnis der Kinder um das 9. Lebensjahr zeigte sich in der Klasse auch durch ausgiebiges Höhlenbauen in den Pausen.

Um zu erleben, wie eine feste Mauer gebaut wird, entschieden wir in der Klasse, für die Küchenkräuter in unserem Garten eine schützende Grenze aus Natursteinen zu bauen. Zuerst musste das zugewachsene Beet vorbereitet werden. Büsche, Giersch und andere Pflanzen wurden ausgebuddelt und die Erde mehrmals umgegraben. Anschließend legten die Schüler mit einer Schnur verschiedene Formen und wir hielten diese auf Fotos fest.

Am nächsten Tag schauten wir uns die Formen an und zeichneten einige auf kleine Tafeln. Wir entschieden uns für eine lebendig geschwungene Form. Nun ging es an die Arbeit. Um die Fähigkeiten jedes Einzelnen zu nutzen, galt es, die verschiedenen Arbeitsschritte gemeinsam zu planen. An verschiedenen Stellen im Schulgarten lagen Natursteine. Die Schüler schwärmten mit ihren Schubkarren aus und füllten sie.

Alles war dabei: von kleinen Kieselsteinen bis hin zu großen, schweren Steinen, die wir nur mit vereinten Kräften anheben konnten. Sie wurden zu unserem Beet transportiert, ausgeladen und vorsortiert. Einige begannen, die Steine aufeinander zu mauern. Andere suchten weitere Steine oder füllten Schubkarren mit Erde und fuhren diese zum Beet. Hierbei wurden wir auf vielfältige Weise handwerklich tätig. Jedes Kind lernte seinen eigenen Körper und seine Kraft besser kennen. Und viel leichter ging die Arbeit von der Hand, wenn wir uns gegenseitig halfen! Als das Beet angelegt war, kauften wir Kräuter und pflanzten sie zufrieden ein.

Zum Abschluss gestalteten wir Kräuterschilder aus Holz. Mit Fotos und passenden Schildern in der Hand machten wir uns stolz und neugierig auf den Weg, die Pflanzen in unserem Beet zu entdecken. Seitdem helfen wir den Kräutern fleißig beim Wachsen, wenn wir sie gießen, falls der Regen auf sich warten lässt. Zum Dank werden sie sicher bald unseren Mahlzeiten die rechte Würze geben.

Tjorven Heinrichowski